Die Grande Dame des deutschen Comics
Fast 40 Jahre lehrte sie die Bewohner Entenhausens Deutsch und prägte damit zugleich die Sprache mehrerer Leser-Generationen: Erika Fuchs, geboren am 7. Dezember 1906 in Rostock.
Von 1951 bis 1988 übersetzte die promovierte Kunsthistorikerin für den ursprünglich in Stuttgart ansässigen Ehapa-Verlag im Range einer Chefredakteurin mit dem ihr eigenen Wortwitz die us-amerikanischen Disney-Comics ins Deutsche. Besondere Berühmtheit erlangte Fuchs auf Grund ihrer kongenialen Übertragungen sämtlicher Donald-Duck-Geschichten aus der Feder von Zeichner-Legende Carl Barks (1901 – 2000), der noch heute weltweit zu den bekanntesten Comiczeichnern gehört.
Einfluss auf die Alltags-Sprache
Die besondere Qualität der Fuchsschen Übersetzungen liegt neben ihrem Wortwitz, dem Sinn für Ironie, den eigenen Wortschöpfungen sowie der Einbeziehung – manchmal leicht abgewandelter - klassischer Zitate u. a.in der Verknüpfung der Welt Entenhausens mit Schwarzenbach a.d. Saale. Hier lebte Erika Fuchs mit ihrem Mann Günter und ihren beiden Söhnen von 1933 bis 1984. Kein Wunder, dass es in vielen Geschichten von lokalen Bezügen nur so wimmelt: So tauchen etwa das Café Rheingold, das Paulahölzchen, der Kornberg, der Schiedateich oder das Fichtelgebirge in diversen Micky Maus-Heften auf.
Noch weit größeren Ruhm hat Erika Fuchs jedoch mit etwas erlangt, dass inzwischen unter Kennern als „Erikativ“ bekannt ist: Die Verkürzung von Verben auf ihren Wortstamm. Lautmalerische Ausdrücke wie "seufz!", "ächz!" oder "stöhn!" sind inzwischen nicht allein Standard in deutschen Comics geworden, sondern bereichern die Alltagssprache quer durch alle Bevölkerungsschichten. Was ihre Leistung aber in ganz besonderer Weise ausmacht, ist die Fähigkeit, jeder Figur durch eine für sie spezifische Ausdrucksweise einen Charakter zu verleihen, der so im Original nicht erkennbar ist. Diese Gabe erhebt Fuchs weit über alles, was eine Übersetzerin üblicherweise leistet.
Erika Fuchs starb am 22. April 2005 im Alter von 98 Jahren in München und wurde auf dem Friedhof in Schwarzenbach a. d. Saale neben ihrem 1984 verstorbenem Mann Günter Fuchs bestattet.
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